Zone de Texte: Liebe Leserin, lieber Leser

Wir befinden uns am Ausgang einer tollen Schausaison 2012/13 mit unendlich vielen schönen und leistungsstarken Kühen. Das ist erfreulich und gibt Schub für die Zukunft. Doch Eines gibt mir dabei zu denken. Im Grunde genommen kann der Viehzüchter noch so schöne und produktive Tiere züchten, mehr verdienen tut er dabei leider nicht. Was er an Fortschritt produziert wird unverzüglich an die Verarbeitungsindustrie und die Konsumenten weitergegeben. Der ständige Preiszerfall frisst ihm seine Errungenschaft fortlaufend weg. Lediglich wer Vorsprung auf den grossen Haufen hat, kassiert die sogenannte Pionierrente.

Wesentlich besser haben es da die grossen Bosse der Banken, Versicherungsgesellschaften, Pharmaindustrie und Rohstoffkartelle. Je besser ihre Unternehmungen laufen, desto mehr kassieren sie ab. Auch wenn ihre Firmen stagnieren oder rückläufig sind, zocken sie tüchtig ab. Ja sogar wenn sie ihre Unternehmen in den Ruin treiben und als Folge davon entlassen werden, kriegen sie dafür noch Geld. Welch eine Schande in unserer vermeintlich zivilisierten Welt!

Neuerdings und gemäss der Agrarpolitik 2014 – 17 sollen unsere Bauern in Zukunft weniger produzieren. Extensivierung, Oekologisierung und Landschaftsschutz sind zunehmend im Kurs. Während also die Schweizer Bevölkerung rasant wachst, will der Bund die einheimische Agrarproduktion drosseln. Was an Nahrungsmitteln hier nicht produziert wird, kommt schliesslich leicht über die Grenze. In den grenznahen Kantonen holen es sich die Konsumenten zunehmend selber, Lebensmitteltourismus ist zu einem echten Volkssport geworden.

Parallel dazu überbauen wir unser Land. Immer mehr gutes Kulturland fällt dem Bau von Siedlungen, Industriezonen, Verkehrsachsen und leeren Zweitwohnungen zum Opfer. Die Schweiz wird komplett zubetoniert bis sie dereinst eine einzige Grossstadt sein wird. Vielleicht findet man in ihrer Mitte dann noch eine Blumenwiese oder einen Bio-Acker. Und wer genau hinschaut, wird darauf einen Sämann erkennen, möglicherweise in der Gestalt des Volkswirtschaftsdirektors.

Christoph Gerber, Verleger und Redaktor

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