Zone de Texte: Liebe Leserin, lieber Leser

Die Zeichen stehen auf Sturm. Die Finanzkrise ist zur Wirtschaftskrise geworden. Die Kassen sind leer, Staaten wie Griechenland, Island und Irland stehen vor dem Bankrott. Sogar die USA können ihre finanziellen Verpflichtungen nur erfüllen, dank weiterer Aufstockung der Schulden.

Der arabische Frühling ist bereits ein Jahr alt. Die Potentaten, die ihre Länder ausgebeutet und ihre Völker ausgehungert haben sind tot oder im Exil. Doch die Suppe ist noch nicht gegessen. Die Schützlinge der ehemaligen Diktatoren verbleiben am Ruder und die Revolutionäre streiten sich, um an die Macht zu gelangen. Derweil wird wenig produziert, es werden kaum noch Werte geschaffen. Die Länder liegen in Schutt und Asche und die Mägen der Bevölkerung bleiben leer. Resignation macht sich breit und die Sehnsucht nach dem früheren Regime, unter dem man wenigstens ein Minimum an Lebensnotwendigem hatte, keimt auf. Nicht umsonst sind in Asien und Osteuropa die Postkommunisten wieder im Vormarsch.

Zum Glück gilt das nicht für die Schweiz. Doch auch hierzulande steht es nicht zum Besten. Wir fahren zu, den Reichtum mehr und mehr auf ein paar Privilegierte zu verteilen und nehmen in Kauf, dass der Kuchen für den grossen Haufen stetig kleiner wird. Multimilliardäre und Oligarchen drängen in die Schweiz. Bald getrauen wir uns kaum mehr diese zu besteuern. Sie könnten ja abwandern, wohin wissen sie allerdings selber nicht.

Den Boden, unser kostbarstes Gut verbauen wir munter weiter. Alles fällt dem Wachstum und der Wertschöpfung zum Opfer. Unser Verhalten bezüglich Nahrungsmittelversorgung ist sorglos, ja fahrlässig. Aber schliesslich gibt es ja Coop, Migros, Denner, Aldi und Lidl, die werden es schon richten. Ich aber meine, zuerst braucht es die Bauern. Wer sonst ist bereit, Tag für Tag und Jahr für Jahr morgens um 5 aufzustehen, um die Verarbeiter und Konsumenten mit Nahrungsmitteln zu versorgen? Und das ist sie, die Chance der Schweizer Bauern. Sie sind sie der Garant für die Volksernährung. Auf sie ist Verlass, auch in stürmischen Zeiten. Sie sind weder verwöhnt noch verweichlicht, dafür arbeitsam und effizient. Sollten auch sie der Wachstumshysterie zum Opfer fallen, dann Gnade Gott.

Christoph Gerber, Verleger und Redaktor

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